Verkauf von Sauerstoffflaschen steigt um 35 Prozent

Giftiger Dunst durch Wald- und Landbrände in Indonesien hat in Südostasien zu einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Sauerstoffflaschen und Luftreinigern geführt. Hersteller medizinischer Geräte und Elektronikhändler steigern Produktion sowie Vorräte, um dem Bedürfnis der Bevölkerung gerecht zu werden, sich vor der Schadstoffbelastung zu schützen.

In Malaysia verzeichnete AA Alive, ein Medizintechnikunternehmen nahe Kuala Lumpur, einen Anstieg der Verkäufe von Sauerstoffflaschen um 35 Prozent. „Wir sehen aufgrund des Dunstes ein Verkaufsplus von 35 Prozent“, erklärte Rafina Firdaus, Mitglied des Vertriebsteams von AA Alive. Das Unternehmen liefert Sauerstoffflaschen für bis zu drei Stunden Dauerbetrieb sowie Sauerstoffkonzentratoren, die bis zu 24 Stunden laufen können.

Patient: Ohne Gerät leide ich unter Atemnot

Md Noor Bin Bujang, ein Patient, der über einen Monat lang im Krankenhaus behandelt wurde, erhielt am 15. Oktober einen Sauerstoffkonzentrator. „Ohne dieses Sauerstoffgerät würde ich unter Atemnot leiden, besonders während des Dunstes“, sagte er. Mubassar Khan, Techniker bei AA Alive, berichtete, dass die Filter der Sauerstoffkonzentratoren, die normalerweise nach 1.000 Betriebsstunden gewechselt werden, nun wegen der Dunst-Schadstoffe häufiger ausgetauscht werden müssen.

Berichte des regionalen Elektronikhändlers Courts zeigen, dass die Verkäufe von Luftreinigern zwischen dem 28. September und dem 12. Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 600 Prozent gestiegen sind. „Kunden sind sich der Bedeutung von Innenraumluftqualität zunehmend bewusst“, so ein Sprecher von Courts. Einen ähnlichen Anstieg meldete der singapurische Händler Gain City, bei dem die Nachfrage seit Anfang Oktober anzog.

Sieben Länder betroffen

Der Dunst, der sich seit Monaten über Teilen Südostasiens hält, erzwang Schulschließungen und führte zu vermehrt auftretenden Atembeschwerden. Zu den gemeldeten betroffenen Ländern der Waldbrände aus Indonesien zählen Malaysia, Singapur, Brunei Darussalam, Vietnam, die Philippinen, Thailand und Osttimor.

Gesundheitsexperten äußern Sorge über die langfristigen Folgen des Dunstes für die öffentliche Gesundheit, insbesondere bei Kindern. „Ich befürchte, künftige Generationen werden eine größere Last an Atemwegserkrankungen tragen müssen, wenn sie wiederholt diesem Dunst ausgesetzt sind“, sagte Juliana Jalaludin von der Universiti Putra Malaysia.

Malaysia bietet Hilfe an

Die Regierung Malaysias stuft die Auswirkungen des Dunstes als besorgniserregend ein. Malaysias Außenminister Mohamad Hasan erklärte, die Luftqualität im Land habe den ungesunden Bereich überschritten und nähere sich gefährlichen Werten. Vor diesem Hintergrund signalisierte Malaysia seine Bereitschaft, Indonesien bei der Bekämpfung der Brände zu unterstützen.

Präsident Prabowo Subianto soll das Hilfsangebot angenommen haben. Beide Staaten stimmen derzeit noch technische Details ab, bevor die malaysischen Einsatzkräfte entsandt werden, darunter Einsatzmechanismen, Aufgabenverteilung sowie mögliche Einsatzorte.