Medizinische Betäubungsmittel, die missbraucht werden

Etomidat ist ein Arzneimittel, das für Anästhesiezwecke eingesetzt wird und über eine Injektion in die Blutbahn verabreicht wird. In der Medizin wird dieser Wirkstoff verwendet, um Patienten vor Operationen, Intubationen oder schweren medizinischen Eingriffen in den Schlaf zu versetzen.

Etomidat wirkt, indem es die Aktivität des zentralen Nervensystems hemmt, was zu einer verringerten Hirnaktivität und schließlich zur Bewusstlosigkeit führt. Daher darf dieses Medikament nur von medizinischem Fachpersonal in Gesundheitseinrichtungen mit kontrollierter Dosierung verwendet werden.

Doch nun steht der Stoff stark im Fokus, weil er missbraucht wird. Etomidat wird in Vape-Cartridges gefüllt und inhaliert – unter dem Vorwand, schnell Entspannung bis hin zum Rausch zu erleben.

Warum nennt man es Vibrations-Pod?

Vapes mit Etomidat sind unter dem Begriff „Zitter-Pod“ populär. Laut dem Leiter des Laborzentrums der BNN, Brigadegeneral Pol Supiyanto, entstand diese Bezeichnung, weil der Stoff nach dem Inhalieren ein Zittern im Körper auslöst und sehr schnell Bewusstlosigkeit oder Schlaf herbeiführt.

Der Arzt und Gesundheitsinfluencer Dr. Adam Prabata erklärt, dass Etomidat derzeit zu den häufig missbrauchten Medikamenten gehört. Ihm zufolge entfallen 86,4 Prozent der Fälle von Etomidat-Missbrauch auf Personen unter 35 Jahren.

Patronen mit Etomidat werden auf dem Schwarzmarkt zu fantastischen Preisen verkauft, die zwischen 3 Millionen und 6 Millionen Rupiah pro Einheit liegen. Der hohe Preis schreckt eine illegale Nische, die auf die junge Generation abzielt, nicht ab.

Gefahren und Vertriebsmethoden

Der Missbrauch von Etomidat ist äußerst gefährlich, wenn es ohne medizinische Aufsicht eingenommen wird. Plötzlich auftretende Nebenwirkungen können Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit bis hin zu unkontrollierbarem Zittern des Körpers umfassen.

Der Langzeitkonsum birgt das Risiko einer Abhängigkeit, dämpft das Nervensystem wie andere Drogen, schädigt lebenswichtige Organe wie Leber und Nieren und kann potenziell zum Tod führen. Für den nichtmedizinischen Gebrauch gibt es keine sichere Dosierung.

Die Verbreitung nutzt die Popularität von Vapes aus: modernes Design mit Frucht- und Bonbon-Geschmacksrichtungen, nutzbar in der Öffentlichkeit ohne starken Geruch, wodurch der Inhalt für Lehrer, Eltern und Behörden mit bloßem Auge schwer zu erkennen ist.

Rechtsstatus und Reaktion der Behörden

Die Nationale Drogenbehörde (BNN) hat Etomidat auf Grundlage der Verordnung des Gesundheitsministers Nr. 15 aus dem Jahr 2025 als Betäubungsmittel der Gruppe II eingestuft. Das bedeutet, dass Verkehr und Missbrauch eine Straftat nach dem Betäubungsmittelrecht darstellen.

Als Reaktion auf die weite Verbreitung schlug der Leiter der BNN, Suyudi Ario Seto, vor, Vapes samt ihrer Liquids in das im Gesetzentwurf über Betäubungsmittel und Psychotropika geregelte Verbot aufzunehmen. Diese Regulierung befindet sich jedoch noch in der Beratung.

Unterdessen stellte die MUI klar, dass die Nutzung von Vapes haram sei, wenn nachgewiesen werde, dass sie Narkotika und gefährliche Stoffe enthalten. Der Fall der Influencerin Julia Prastini alias Jule, die von der Drogenfahndung der Polresta Bandara Soekarno-Hatta wegen mutmaßlichen Missbrauchs von Etomidat festgenommen wurde, ist eine Mahnung, dass diese Bedrohung real und nah ist.