Polizeichef gibt elf beschuldigte Unternehmen bekannt
Der Chef der indonesischen Nationalpolizei, General Suyudi Ario Seto, hat bekannt gegeben, dass die Polizei elf Unternehmen im Zusammenhang mit Wald- und Flächenbränden (Karhutla) als Tatverdächtige eingestuft hat. Drei davon sind ausländische Direktinvestitionsunternehmen (PMA).
„Wir haben bereits elf Unternehmen als Verdächtige eingestuft. Drei davon sind Auslandsinvestoren, die Ermittlungen laufen noch“, sagte Suyudi nach der Teilnahme an der Plenarkabinettsitzung im Präsidentenpalastkomplex in Jakarta am Mittwoch (21.10.2026).
Dieser Schritt markiert eine Verschärfung der Strafverfolgung bei Waldbränden auf Unternehmensebene, nachdem sich die Polizei zuvor auf Anzeigen gegen Einzelpersonen und administrative Sanktionen des Forstministeriums konzentriert hatte.

Identitäten unter Verschluss, drei Firmen in Kalimantan
Trotz der Einstufung als Tatverdächtige nannte Suyudi noch keine Namen der elf betroffenen Unternehmen. „Das wird später erläutert“, sagte er gegenüber Journalisten.
Der Polizeichef bestätigte, dass die drei betroffenen ausländischen Unternehmen auf Kalimantan ansässig sind. Verbindungen zu Akteuren aus mehreren Staaten würden von den Ermittlern noch geprüft; Details zu den jeweiligen Ländern wurden der Öffentlichkeit bisher nicht mitgeteilt.
Suyudi betonte, dass die Ermittlungen gegen die mutmaßlich beteiligten Firmen bislang ohne Hindernisse verlaufen. Er erklärte zudem, dass die rechtliche Verantwortung bis zu den Eigentümern und Aktionären zurückverfolgt werde, die für die Aktivitäten der jeweiligen Unternehmen verantwortlich sind.
Prabowo: Umweltterrorismus, Lizenzentzug für Täter
Präsident Prabowo Subianto betonte, dass die Wald- und Flächenbrände keineswegs verharmlost werden dürfen. Er bezeichnete das vorsätzliche Abbrennen von Wäldern und Flächen als eine Form von Umweltterrorismus sowie als Verbrechen gegen die Menschlichkeit, da es die Gesundheit von Millionen Menschen in Indonesien gefährde.
Zur Eröffnung der Plenarkabinettsitzung wies Prabowo die Polizei, die Staatsanwaltschaft und das Forstministerium – mit Unterstützung des Militärs (TNI) und der Geheimdienste – an, gegen alle Täter, seien es Einzelpersonen oder Konzerne, rigoros zu ermitteln und durchzugreifen. Er kündigte zudem an, allen nachweislich schuldigen Unternehmen sämtliche Genehmigungen zu entziehen.
Die scharfe Anweisung folgt auf Erkenntnisse, dass es sich bei den Bränden nicht bloß um Naturkatastrophen handelt, sondern um gezielte menschliche Eingriffe und die Verstrickung von Konzernen in verschiedenen Regionen.
Hintergrund: Ermittlungen in 98 Unternehmensfällen
Zuvor hatte der Polizeichef am Montag (19.10.2026) erklärt, dass die Polizei 98 Unternehmensfälle im Zusammenhang mit Waldbränden untersuche und Hinweise auf eine Beteiligung ausländischer Parteien vorlägen. „Von den 98 untersuchten Fällen gibt es eine Beteiligung ausländischer Akteure“, sagte Suyudi nach einer Dringlichkeitssitzung im Merdeka-Palast.
Die Einstufung der elf Unternehmen als Tatverdächtige gilt als konkrete Folgemaßnahme dieser Untersuchungen. Die Polizei wies darauf hin, dass im Zuge des Ermittlungsfortschritts und der Beweissicherung weitere Beschuldigte hinzukommen könnten.
Dieser Schritt ergänzt die bereits laufenden behördlichen Maßnahmen, darunter der Entzug und das Aussetzen von Genehmigungen Dutzender Betriebe durch das Forstministerium sowie die Ermittlungen gegen Unternehmen durch die Provinzpolizeibehörden in mehreren betroffenen Gebieten.






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