Zehn Jahre Haft und Entlassung aus dem Dienst
JAKARTA — Im Fall mutmaßlicher Korruption beim An- und Verkauf von Grundstücken eines kommunalen Unternehmens (BUMD) im Regierungsbezirk Cilacap in Zentral-Java fordert die Sonderstaatsanwaltschaft zehn Jahre Haft für Generalleutnant Widi Prasetijono. Neben der Freiheitsstrafe beantragte der Staatsanwalt eine Geldstrafe von 500 Millionen Rupiah (ersatzweise 140 Tage Haft) sowie als Nebenstrafe die Entlassung aus dem Militärdienst.
Die Anklageanträge wurden von Staatsanwalt Bambang Yunianto am Donnerstag (22.10.2026) vor dem Hohen Militärgericht II in Jakarta verlesen. Ein solches gemischtes Verfahren („Koneksitas“) verbindet Militär- und Zivilgerichtsbarkeit, wenn Militärangehörige und Zivilisten gemeinsam angeklagt sind. Die Staatsanwaltschaft verlangte, die Untersuchungshaft anzurechnen und den Angeklagten weiterhin in Haft zu belassen: „Zehn Jahre Freiheitsstrafe abzüglich der erlittenen Untersuchungshaft unter Aufrechterhaltung des Haftbefehls sowie eine Geldstrafe von 500 Millionen Rupiah, ersatzweise 140 Tage Haft“, so der Staatsanwalt.
Drei weitere Angeklagte ebenfalls vor Gericht
In demselben Verfahren forderte die Anklagebehörde in der gleichen Verhandlung auch Strafen für drei weitere Angeklagte. Für Oberst Chk Syaiful Nursaid, Leiter der Rechtsabteilung des Wehrbereichskommandos IV/Diponegoro, wurden sechs Jahre Haft, 500 Millionen Rupiah Geldstrafe sowie die Entlassung aus dem Militär beantragt.
Für Oberst der Infanterie Wisnu Kurniawan, ehemals Planungsassistent des Wehrbereichskommandos IV/Diponegoro, forderte die Staatsanwaltschaft vier Jahre Haft, 500 Millionen Rupiah Geldstrafe und ebenfalls die Entlassung aus dem Militär. Für Suko Madyo Susilo, den einzigen zivilen Angeklagten und ehemaligen Betriebsleiter von PT Rumpun Sari Antan, wurden drei Jahre Freiheitsstrafe und 250 Millionen Rupiah Geldstrafe verlangt.
Berichten beider Medien zufolge wurden bei den jeweiligen Strafanträgen be- und entlastende Umstände berücksichtigt, wenngleich nähere Details zu diesen Abwägungen nicht veröffentlicht wurden.
Plädoyers für den 2. November angesetzt
Widi Prasetijono ist ehemaliger Kommandeur des Wehrbereichskommandos IV/Diponegoro und diente einst als Adjutant von Präsident Joko Widodo. Er steht gemeinsam mit den Offizieren und einem Zivilisten wegen mutmaßlicher Korruption bei der Grundstücksbeschaffung für das BUMD in Cilacap vor Gericht. Weder SINDOnews noch Okezone machten Angaben zur genauen Höhe des entstandenen staatlichen Schadens.
Sollte das Richterkollegium dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgen, verliert Widi neben dem Verbüßen der Haftstrafe durch die Nebenstrafe der Entlassung auch seinen Status als aktiver Soldat. Der Prozess wird am 2. November 2026 mit den Plädoyers der Verteidigung fortgesetzt. Stellungnahmen des Angeklagten oder seines Verteidigerteams zu den Strafanträgen lagen in den Berichten beider Medien noch nicht vor.






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