Was ist exklusives Stillen?

Exklusives Stillen bedeutet, einem Baby von Geburt an sechs Monate lang ausschließlich Muttermilch zu geben, ohne andere Nahrung oder Getränke hinzuzufügen oder zu ersetzen — außer Vitaminen, Mineralstoffen und erlaubten Medikamenten. Diese Definition ist in der Regierungsverordnung Nr. 33 des Jahres 2012 festgehalten und entspricht den Empfehlungen der WHO, der American Academy of Pediatrics sowie des Ikatan Dokter Anak Indonesia (IDAI).

Nach sechs Monaten wird empfohlen, das Stillen bis zum Alter von zwei Jahren fortzusetzen, begleitet von Beikost (MPASI). Muttermilch ist die Nahrung mit der für die Bedürfnisse des Säuglings in den ersten sechs Lebensmonaten am besten geeigneten Nährstoffzusammensetzung.

Zahlreiche Vorteile für Baby und Mutter

Für Säuglinge schützt ausschließliches Stillen dank der enthaltenen Immunstoffe vor verschiedenen Krankheiten wie Durchfall und akuten Atemwegsinfektionen. Muttermilch fördert zudem optimales Wachstum, die Gehirnentwicklung und die langfristige Gesundheit des Kindes.

Für Mütter hilft ausschließliches Stillen, Blutungen während der Geburt zu reduzieren, die Fruchtbarkeit zu verzögern und die wirtschaftliche Belastung zu verringern, da keine Säuglingsnahrung gekauft werden muss. Studien verzeichnen zudem niedrigere Fehlzeitenraten bei stillenden Müttern, weil ihre Kinder seltener krank werden — ein Vorteil, der tatsächlich auch am Arbeitsplatz spürbar ist.

Größte Herausforderung: berufstätige Mütter

Die Fakten vor Ort zeigen, dass etwa 70 % der stillenden Mütter in Indonesien berufstätige Frauen sind. Der Mutterschaftsurlaub von etwa 1–3 Monaten zwingt Mütter, ihr Baby schon in frühem Alter täglich über lange Zeiträume zu verlassen, was sich negativ auf die Fortführung des Stillens auswirkt.

Ein weiterer hemmender Faktor ist die kurze Pausenzeit zum Abpumpen von Muttermilch, das Fehlen spezieller Räume zum Abpumpen am Arbeitsplatz sowie die mangelnde Unterstützung aus dem Arbeitsumfeld. Das Arbeitsrecht garantiert Arbeitnehmerinnen zwar die Möglichkeit zum Stillen, doch die Umsetzung ist noch nicht flächendeckend.

Strategie, um weiterhin erfolgreich zu bleiben

Berufstätige Mütter können weiterhin ausschließlich stillen, indem sie am Arbeitsplatz regelmäßig Milch abpumpen (ASIP) und diese korrekt lagern, um sie zu verfüttern, wenn die Mutter nicht zu Hause ist. In der Zeit vor der Rückkehr an den Arbeitsplatz sollte das Baby an das direkte Stillen gewöhnt und Schnuller oder Milchflaschen vermieden werden.

Die Unterstützung durch die Familie und die Aufklärung über die richtige Stilltechnik ab dem Wochenbett sind entscheidend für den Erfolg. Bei Schwierigkeiten wie zögerlichem Milcheinschuss oder wunden Brustwarzen sollte man nicht zögern, eine Stillberaterin, eine Hebamme oder einen Arzt zu konsultieren. Stillen ist das Recht jeder Mutter – auch berufstätiger Mütter.