Wann gilt Haarausfall als übermäßig?

Haare, die beim Waschen oder Kämmen ausfallen, sind nicht immer ein Problem. Laut Alodokter ist ein Ausfall von 50-100 Haaren pro Tag noch normal und führt nicht zu einer Ausdünnung, da neues Haar gleichzeitig nachwächst.

Achten Sie darauf, wenn der tägliche Haarverlust deutlich stärker ausfällt als üblich, kahle Stellen sichtbar werden oder die Haare merklich dünner werden. In einem solchen Fall sollte man zeitnah einen Arzt aufsuchen, um Ursache und angemessene Behandlung abzuklären, denn übermäßiger Haarausfall kann ein Hinweis auf eine bestimmte Erkrankung sein.

Die Ursachen für Haarausfall

Laut Dr. Riza Marlina tritt Haarausfall auf, wenn Haare übermäßig von der Kopfhaut gelöst werden, was zu Haarverdünnung bis hin zur Glatzenbildung führen kann. Die Ursachen sind vielfältig: hormonelle Veränderungen, eine ungesunde Ernährung – etwa ein Proteinmangel durch strenge Diäten –, falsche Haarpflege, Nebenwirkungen bestimmter Medikamente, genetische oder erbliche Faktoren, Erkrankungen wie Autoimmunerkrankungen und Anämie sowie Stress.

Auch Alltagsgewohnheiten haben Einfluss. Zu häufiges Waschen kann die natürlichen Fette von Haar und Kopfhaut entfernen und das Haar brüchig machen; empfohlen wird, 2-3 mal pro Woche oder bei schmutzigem Haar zu waschen. Zu festes Flechten oder Binden sowie zu häufige Nutzung heißer Stylinggeräte können das Haar schwächen und ausfallen lassen.

So lässt sich Haarausfall in den Griff bekommen

Die Behandlung von Haarausfall muss an die Ursache angepasst werden. Bei erblich bedingtem Haarausfall können Ärzte minoksidil direkt auf die Kopfhaut auftragen – für Männer und Frauen – oder finasteride-Tabletten, die in der Regel für Männer bestimmt sind. Ist der Haarausfall durch eine Entzündung verursacht, kann der Hautarzt Kortikosteroide direkt in die Kopfhaut injizieren.

Auch die Selbstpflege ist wichtig: Man sollte ein Shampoo mit leichter Formel oder ein spezielles Shampoo gegen Haarausfall verwenden, trockenes Haar mit einem breiten Kamm kämmen, Frisuren vermeiden, die die Wurzeln zu stark ziehen, sowie auf eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung und eine gute Stressbewältigung achten.

Weitere Optionen bei bereits bestehender Glatze

Ist der Haarausfall auf Kosmetikprodukte oder Medikamente zurückzuführen, hilft es in der Regel, deren Anwendung für einige Monate einzustellen. Bei Schwangeren normalisiert sich der Haarausfall meist innerhalb von 3-4 Monaten nach der Geburt, während das Haar bei Chemotherapie-Patienten in der Regel innerhalb von 6-12 Monaten nach Therapieende wieder nachwächst.

Wenn bereits ein dauerhafter Haarausfall vorliegt, können Perücken oder Haarersatz zur Verdeckung eingesetzt werden. Auch medizinische Verfahren wie Haartransplantationen stehen als Option zur Verfügung. Lasertherapien zur Haarverdichtung bedürfen weiterer Untersuchungen zu den Langzeitvorteilen.